FAQ zum Thema Finanzbuchhaltung

Wie sieht die perfekte Buchhaltung heutzutage aus?

Die perfekte Buchhaltung ist sehr elektronisch gestützt. Es werden vom Steuerberater die Daten für die Ausgangsrechnungen, für die Eingangsrechnungen und für das Kassenbuch elektronisch eingelesen. Diese Dateien werden dann mit den ebenfalls elektronischen über den gesicherten Bankzugang eingelesenen Kontobewegungen verknüpft. Je mehr Daten eingelesen werden können, desto effektiver und fehlerfreier ist eine Buchhaltung.

Was ist eine BWA?

BWA steht für Betriebswirtschaftliche Auswertung. Die BWA zeigt das vorläufige Ergebnis des jeweiligen Mandanten. Es werden hier alle Einnahmen und Ausgaben gegenüber gestellt. Es gibt viele verschiedene Varianten für eine BWA. Bei uns wird das jeweilige Modell mit dem Mandanten individuell abgestimmt. Die Detailtiefe einer BWA ist komplett auf die Bedürfnisse des Mandanten abgestimmt. Viele Banken wollen regelmäßige Auswertungen des Mandanten, diese werden in Form einer BWA mit einer SuSa (Summensaldenliste) übermittelt. Unsere eigene Lieblings- BWA ist grafisch aufbereitet und heißt Controlling-Report.

Ist es sinnvoll, die Buchhaltung selbst z.B. mit einer Software wie z.B. Lexware zu erstellen?

Jein, in der Regel ist es heutzutage sinnvoller, über das elektronische Bankbuchen die Kontoauszüge direkt beim Steuerberater einspielen zu lassen.

Was versteht man unter „Digitales Belegbuchen“?

Beim digitalen Belegbuchen werden alle Buchhaltungsbelege des Mandanten eingescannt und über die DATEV Plattform in die jeweilige Buchhaltung integriert. Der große Vorteil dabei ist, dass jede Buchung einen Beleg hat, welcher dann am Bildschirm betrachtet werden kann. Digitales Belegbuchen ist eine optimale Aufgabenteilung zwischen Mandant und  Steuerberater.

Was versteht man unter „Elektronisches Bankbuchen“?

Elektronisches Bankbuchen ist ein Software Modul unseres Softwareanbieters DATEV, mit welchem wir über einen sicheren Kanal die Kontobewegungen des Mandaten von der jeweiligen Bank in das Buchhaltungsprogramm übertragen lassen können. Dies mindert den aufwendigen und fehleranfälligen individuellen Erfassungsaufwand.

Was versteht man unter doppelter Buchführung?

Das Gegenteil zur doppelten Buchführung ist die einfache Buchführung. Die einfache Buchführung erfasst eine Kostenart ohne Gegenkonto. Das bedeutet, es besteht keinerlei Kontrolle auf die Korrektheit der Zahlen, da kein Gegenvergleich mit dem Gegenkonto Bank oder Kasse stattfindet. Eine ordentliche Buchhaltung umfasst die doppelte Buchführung, das heißt, sowohl auf dem Aufwands- oder Ertragskonto als auch auf dem Geldkonto wird eine Buchung durchgeführt. Hier ist über die Veränderung des Saldo des jeweiligen Kontos ein Fehler in betragsmäßiger Erfassung ausgeschlossen.

In welchem Rhythmus müssen Umsatzsteuervoranmeldungen (USt VA) an das Finanzamt abgeführt werden?

Das hängt von der jeweiligen Zahllast der Umsatzsteuer des Vorjahres ab. Je nach Höhe der Zahllast kategorisiert das Finanzamt die Abgabefrist in monatlich, vierteljährlich oder jährlich. Mit der jeweiligen Abgabe der Umsatzsteuerjahreserklärung wird dies jeweils überprüft und ggf. neu angefordert.

Was ist eine Umsatzsteuersondervorauszahlung (UStSonderVZ)?

Die Umsatzsteuersondervorauszahlung ist am 10. Februar des jeweiligen Jahres fällig. Sie wird geleistet in Höhe von 1/11 der Vorjahresumsatzsteuerzahllast. Die Umsatzsteuersondervorauszahlung ist die Voraussetzung für eine sogenannte Dauerfristverlängerung. Es wird dem Steuerpflichtigen somit gewährt, dass er die Umsatzsteuer jeweils immer am 10. des Folgemonats ans Finanzamt einreicht und abführt. Ohne Umsatzsteuersondervorauszahlung und somit ohne Umsatzsteuerdauerfristverlängerung ist die Abgabefrist der 10. des Folgemonats. Dies ist von der Verbuchung der Belege und korrekten Ermittlung der Umsatzsteuer häufig nicht machbar, da viele Belege nicht rechtzeitig verbucht werden können mangels Vorliegen. Wir arbeiten flächendeckend mit sogenannten Dauerfristverlängerungen. Die Umsatzsteuersondervorauszahlung wird jeweils mit der Dezember-Umsatzsteuervoranmeldung verrechnet und dann wieder zurück bezahlt.

Hat die Umsatzsteuervoranmeldung einen finalen endgültigen Charakter?

Nein, die Umsatzsteuervorauszahlung ist jeweils nur eine Vorauszahlung auf die voraussichtliche Umsatzsteuerzahllast des Jahres. Mit der Umsatzsteuerjahreserklärung wird letztendlich die korrekte Umsatzsteuer ermittelt. Trotzdem muss die monatliche Umsatzsteuervorauszahlung korrekt ermittelt werden. Eine falsche Ermittlung der Umsatzsteuervorauszahlung ist Steuerhinterziehung.

Warum ist es sinnvoll - obwohl eventuell eine jährliche Umsatzsteuererklärungsabgabe festgelegt wurde - die Belege monatlich oder quartalsweise zu verbuchen?

Weil nur über die regelmäßige Verbuchung der Belege aussagekräftige Auswertungen zur Steuerplanung gegeben werden können.

Muss jeder Unternehmer eine Umsatzsteuerjahreserklärung abgeben?

Umsatzsteuerpflichtig sind nur Unternehmer mit einem Jahresumsatz über 17.500€. Unternehmer, die einen geringeren Umsatz haben, können eine Befreiung von der Umsatzsteuer beantragen und nach der sogenannten Kleinunternehmerregelung gemäß §19 UStG agieren.

Müssen für die Verbuchung der monatlichen Beträge Belege vorliegen?

Ja, für den Ansatz der bezahlten Umsatzsteuer als Vorsteuer ist Voraussetzung, dass ordentliche Belege vorliegen.

Was sind ordentliche Belege?

Um umsatzsteuerlich alle bürokratischen Voraussetzungen zu erfüllen, muss eine Rechnung vorliegen. Die Anforderungen an eine Rechnung sind inzwischen sehr genau im Gesetz geregelt. Neben einer korrekten Steuernummer und einer korrekten Firmenadresse sind unter anderem der Liefer- und Leistungszeitraum und die genaue Benennung der erbrachten Dienstleistung bzw. verkauften Ware Voraussetzung. Eine genaue Liste mit allen Voraussetzungen ist in unseren Arbeitshilfen für die Finanzbuchhaltung abrufbar.

Wie kann es sein, dass die Buchhaltung bei einem Steuerberater häufig teurer ist als bei einem Buchhaltungsbüro?

In der Regel arbeiten beim Steuerberater hoch qualifizierte Mitarbeiter. Beim Steuerberater wird großen Wert auf die monatlich korrekte Abstimmung der Zahlen gelegt und ebenfalls großer Wert darauf, dass die monatlichen Auswertungen gegenüber Mandanten und Bank korrekte Zahlen darstellen. Bei Buchhaltungsbüros ist es häufig so, dass es nur die Aufgabe ist, die korrekte Umsatzsteuerzahllast für das Finanzamt zu ermitteln. Buchhaltungsbüros dürfen keine Betriebswirtschaftlichen Auswertungen erstellen und keine Jahreserklärungen erstellen.